12.12.2017 | Wirtschaftsförderung

Tischlerhandwerk setzt auf Frauen

Frauen in Männerberufen sind auch heutzutage weiter keine Selbstverständlichkeit. Das Handwerk ist jedoch wegen des Fachkräftemangels immer mehr auf Frauen angewiesen. Laut Zentralverband des Deutschen Handwerks bietet das Handwerk Frauen Karrierechancen wie kein anderer Wirtschaftszweig, so auch die Wolfsburger Tischlerei HvM Geert van Munster.

Ca. 27 Prozent der Auszubildenden im gesamten Handwerk sind weiblich. In Tischlereien sind Frauen allerdings noch seltener vertreten. Ihr Anteil unter den Auszubildenden liegt nach Angaben des Bundesverbandes Tischler Schreiner in Deutschland bei unter 10 Prozent.

Für kleine und mittelständische (Handwerks)Betriebe wird es jedoch zunehmend wichtiger, sichzu den Themen Fachkräftebindung und Heben von „stillen Reserven“ aufzustellen und auszutauschen. Die Struktur und Plattform dafür zu bieten, hat sich der Überbetriebliche Verbund Region Wolfsburg e.V. (ÜBV) gemeinsam mit der Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft zur Aufgabe gemacht.

Laut der zuständigen Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade gibt es in Wolfsburg derzeit 28 Tischlerbetriebe, von denen 9 Betriebe auch ausbilden. Von aktuell 14 Auszubildenden in Wolfsburg sind zwei weibliche Auszubildende dabei. Eine davon absolviert derzeit im Mitgliedsbetrieb des ÜBV -Tischlerei HvMihre Ausbildung und wird dabei von einer Gesellin mit langjähriger Berufserfahrung begleitet.
„Also gleich zwei Raritäten in einem Betrieb“, stellt Bettina Klim als Leiterin des ÜBV und der Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft fest. „Beide Frauen stehen hier absolut ihren Mann auf Augenhöhe mit den Kollegen“ bestätigt der Inhaber von HvM Geert van Munster. „Und es kann auch Vorteile haben, eine gemischte Belegschaft zu haben.“

Es gibt sogar Einsatzgebiete beim Kunden, bei denen Frauen besser ankommen. Beispielsweise, wenn es Aufträge in Schulen oder öffentlichen Bereichen zu erledigen gilt, wo es getrennte Räume für Männer und Frauen gibt. Und es gibt unendlich viel Aufgaben, die man mit Köpfchen lösen kann und nicht mit viel Kraft. So wie auch das Betriebsklima ist so angenehmer.“

Gemeinsam wollen der ÜBV, die Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft und die Handwerksbetriebe weiblichen Bewerberinnen Mut machen, einen Beruf im Handwerk bei ihrer Berufswahl mit ins Auge zu fassen. Das nächste Ausbildungsjahr kommt bestimmt!