08.01.2020 | Wolfsburg AG

Testfeld Niedersachsen offiziell eröffnet

Ab sofort können automatisierte und vernetzte Fahrzeuge in der Simulation und auf den Straßen getestet werden

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat am heutigen Mittwoch in Braunschweig gemeinsam mit Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann, Wissenschaftsminister Björn Thümler, Thomas Jarzombek, Koordinator der Bundesregierung für die deutsche Luft- und Raumfahrt, sowie den Kernpartnern das Testfeld Niedersachsen offiziell eröffnet. Damit können ab sofort automatisierte und vernetzte Fahrzeuge getestet sowie das Fahrverhalten und der Verkehrsfluss erfasst und analysiert werden.

Anhand der Ergebnisse lässt sich erkennen, was zukünftige Assistenz- und Automationssysteme leisten müssen. Insbesondere spezielle verkehrliche Situationen wie Stauenden, Einfädelsituationen und Überholmanöver werden genauer untersucht. Daraus lassen sich Funktionen für automatisierte und vernetzte Fahrzeuge entwickeln oder verbessern. Außerdem werden Methoden und Konzepte für die Zulassung von automatisierten Fahrzeugen in Deutschland weiterentwickelt und auf der Straße praktisch erprobt. An oberster Stelle steht das Ziel, den motorisierten Verkehr sicherer und effizienter zu machen, den Komfort für den Fahrer zu erhöhen und Emissionen zu verringern.

In den kommenden Wochen und Monaten nehmen die Projektbeteiligten das Testfeld weiter in Betrieb und bauen es aus. Entlang der A39 sind bereits 71 Masten aufgebaut, die den Verkehr anonymisiert erfassen und hierfür miteinander sowie mit technisch entsprechend ausgerüsteten Fahrzeugen kommunizieren. Zusätzlich sind Messungen auch mit mobilen Masten abseits der Autobahn möglich. Hierdurch ist die Analyse und Unterstützung automatisierter Fahrmanöver an unterschiedlichen Orten und auf verschiedenen Straßentypen möglich.

Das Testfeld Niedersachsen wird von den Niedersächsischen Ministerien für Wirtschaft und Wissenschaft sowie mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit insgesamt 2,5 Mio. Euro gefördert. Aufbau und Betrieb des Testfeldes liegen federführend beim DLR-Institut für Verkehrssystemtechnik. Kernpartner im Testfeld Niedersachsen sind ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt, Continental, IAV, NordSys, Oecon Products & Services, Siemens, VW sowie die Wolfsburg AG.

„Nach über drei Jahren Aufbau kommt das „Testfeld Niedersachsen - Autonomes Fahren“ endlich in seine Betriebsphase. Für die Wolfsburg AG war es von Anfang an entscheidend, dass der Technologiestandort Wolfsburg direkt eingebunden ist. Das Testfeld ist für uns als Innovationsunternehmen ein erster wichtiger Baustein, um die Stadt als Vorreiter im Bereich der intelligenten Mobilitätsanwendungen zu positionieren", bekräftigt Thomas Krause, Vorstand der Wolfsburg AG. 

Zum Hintergrund:

Das Testfeld Niedersachsen erstreckt sich nach seinem vollständigen Aufbau über circa 280 Kilometer auf den Autobahnen A2, A39, A391 sowie mehrere Bundes- und Landstraßen. Es ist die Weiterentwicklung von AIM, der Anwendungsplattform Intelligente Mobilität. Seit der Fertigstellung 2014 betreibt das DLR im Zusammenhang mit AIM unter anderem eine Forschungskreuzung in Braunschweig, eine Teststrecke auf dem Innenstadtring sowie verschiedene Simulatoren und spezielle Laboreinrichtungen. Mit der sukzessiven Erweiterung um Autobahnen, Bundes- und Landstraßen wird an die bestehende Testinfrastruktur für automatisierte und vernetzte Fahrzeugtechnologien angeknüpft. Als offene Forschungsplattform ist das Testfeld Niedersachsen für wissenschaftliche Einrichtungen und weitere industrielle Partner nutzbar.